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"Gender-Zeichen" Asterisk, Unterstrich, Doppelpunkt Was wird häufiger genutz u wieso verschiedene?

Frage von dasCARUSO (27.03.2020 | 08:04)
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Der Schreibgebrauch zeigt zwar in den letzten Jahren sowohl in Deutschland wie in Österreich einen signifikanten Rückgang des Binnen-I, aber die Frequenz dieser Form ist immer noch um den Faktor 15 größer als diedes Asterisks. Sowohl die x-Form als auch beide Formen des Gender-Gap (statischer wie dynamischer Unterstrich) als Kennzeichnung der Aufhebung binärer Geschlechtsvorstellungen sind lediglich in bestimmten Gruppen und Communities verbreitet.

Seitdem es in Deutschland offiziell drei Geschlechter gibt wird das Binnen-I von einigen Gruppen nicht mehr als ausreichend angesehen, da es die "diversen" nicht abbildet, weshalb häufiger das "Gendersternchen" (Asterik) zur Anwendung kommt.

Als grundsätzlicher Kritikpunkt an diesem wird wiederum angeführt, dass von Sehbehinderten genutzte Vorleseprogramme (Screenreader) den Genderstern nicht fehlerfrei ausgeben und zum Beispiel Formulierungen wie „Pilot*innen“ übersetzen zu „Pilot-Stern-Innen“. Der Genderstern gilt aus diesem Grund als nicht barrierefrei. Daher werden inzwischen andere Schreibweisen vorgeschlagen, von denen sich aber bisher keine größerer Akzeptanz erfreut.

Allgemein findet die "geschlechtergerechte Sprache" nur Akzeptanz bei einer Minderheit. Eine Untersuchung von Julia Wesian an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster 2007 kommt zu dem Ergebnis: „Bei beiden Geschlechtern ist die Tendenz eindeutig, auch in Zukunft im privaten Bereich nicht geschlechtergerecht zu formulieren. Mit 81,1 % verneinen sogar mehr Probandinnen als Probanden (76,2 %) die Frage.“ Danach gaben 81,2 % der befragten Frauen an, noch nie über das Angesprochensein unsicher gewesen zu sein, und 82,4 % erklärten, sich noch nie durch Sprache diskriminiert gefühlt zu haben. „Bei jüngeren Menschen ist die Akzeptanz einer geschlechtergerechten Sprache geringer als bei älteren Menschen.“

In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere, die im März 2019 im Auftrag des Vereins Deutsche Sprache durchgeführt wurde, lehnte die Mehrheit der Befragten die genderneutrale Sprache ab. Danach nutzen 80 % der Befragten privat keine Gendersprache, 74,6 % auch beruflich nicht. Mehr als 50 % empfinden entsprechende Vorschriften als störend und 75,3 % lehnen gesetzliche Vorschriften zur genderneutralen Sprache ab. Auf die Frage, wie wichtig die Gendersprache für die Gleichstellung der Geschlechter sei, antworteten mehr als 60 % mit „sehr unwichtig“ oder „eher unwichtig“. Sogar bei den Grünen-Anhängern antworteten 60 % mit „sehr unwichtig“ oder „eher unwichtig“. Die Angaben sind über alle Geschlechter, Bildungsgrade und Bundesländer hinweg ähnlich, wobei die Ablehnung der genderneutralen Sprache mit zunehmendem Bildungsgrad leicht steigt.

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